Wer Drahtantennen selber baut, lernt viel dazu, spart erheblich Kosten und schafft sich ein Erfolgserlebnis wenn sie installiert ist und spielt !
Damit sie spielt und sich das Erfolgserlebnis einstellt, habe ich hier zahlreiche Infos und Details aus 55 Jahren Funken mit selbstgebauten Drahtantennen zusammengestellt. Keine Angst, ich will mich nicht mit Karl Rothammel, Alois Krischke und anderen Autoren messem.
Die Hauptarbeit beim Antennenbau ist die Installation und die Abstimmung, die auch bei fertig gekauften Antennen genauso anfällt wie bei selbstgebauten. Die zu beachtenden Schutzabstände und VDE-Sicherheitsvorschriften sind wichtig, aber nicht Thema dieser Abhandlungen, vielmehr was sonst noch zu beachten und zu empfehlen ist.
- lambda-halbe Dipol mit Spannungs- oder Strom-Balun 1:1 anpassbar auf F0, 3F0, 5F0
- endgespeiste Dipole mit Unun alternativ 1:9 1:16 1:25 1:36 1:49 1:64 anpassbar auf F0, 2F0, 3F0, 4F0, 5F0
- nach Windom-Prinzip mit Balun 1:4 oder 1:6 anpassbar auf 4 Bändern 80-40-20-10m, nicht auf 12m, 15m und 17m
Fest installierte/gespannte Antennelitzen sollten im Inneren ein Tragelement, meist aus Stahl oder Kevlar-Fasern haben. Nur so wird verhindert, dass die Antenne mit der Zeit wegen der Zugkräfte immer länger wird und eines Tages ganz abreißt. Der Skin-Effekt bewirkt, dass der HF-Antennenstrom nur im äußeren Bereich/an der Oberfläche der Litze fließt. Die Eindringtiefe nimmt mit steigender Frequenz ab.
Die seinerzeit für einen Beitrag im CQDL vermessenen Antennenlitzen-Ergebnistabellen sind im Link 15 zu finden.
Eine optimal gespannte Drahtantenn sollte keinen zu großen Durchhang aufweisen und ideal lambda-Viertel über Grund hoch verlaufen. Nur wenige erreichen das Ideal im 80m-Band, vom 160m-Band ganz zu schweigen. Kompromisse sind also die Realität. Der Tabelle entnimmt man für seine Antenne ein Zugkraftlimit und liest den sich ergebenden Durchhang rechts davon ab. Hohes Gewicht der Litze, der Koaxzuleitung und des Baluns, setzt rasch die Grenzen der Machbarkeit. Ein dritter (Stütz)-Mast in Dipol-Mitte nimmt die Gewichtskräfte von Kabel, Balun und Litze weitgehend auf, reduziert den Durchhang und die Zugkraft.
In der Erprobung als Antennenlitze befindet sich ein sehr leichter Weidezaundraht mit akzeptablen elektrischen Eigenschaften wie ca.110milliOhm/Meter Gleichstromwiderstand (die HF-Daten sind in der Tabelle im Link 15) geringes Gewicht und hohe Reißfestigkeit. Das könnte eine Lösung besonders für 160m/80m-Antennen sein. Der HF-Strom fließt über 6 mit den PE-Fäden verseilte Drähte (3 Kupfer + 3 Edelstahl) als HF-Leiter. Die elektrische Kontaktierung mit ausreichender Zugfestigkeit ist bereits gelöst. Link zum Produkt: Klick
Eine 80m lange, endgespeiste Drahtantenne ohne Zwischenmasten und mit relativ geringem Durchhang ist damit auch sehr günstig machbar.
Antennenlitzen für unterschiedliche Anwendunge als Meterware bekommt man z.B. bei DX-Wire, WIMO, amazon. Edelstahlseil ist auch eine Alternative, OMs an der Küste bevorzugen es. Wieder andere haben den Felddraht/Feldkabel aus ehemaligen Militärbeständen für den Antennenbau genutzt, auch weil es günstig zu bekommen ist.
weitere Themenpunkte folgen bald:
Jegliche Zugkräfte müssen schon vor dem Anschlussende der Antennenlitze geeignet abgefangen werden. Geeignete Isolatoren oder Isoliereier verwenden. Die Anschlüsse am Balun oder Klemmen müssen mit Edelstahl-Schrauben, -Muttern und -Zahnscheiben vor Kontaktkorrosion geschützt sein.
Erklärungen zu dieser Bildergalerie
Ein guter Seitenschneider mit scharfen Schneidekanten wird benötigt, kein Elektronik-Seitenschneider, der vom Edelstahldraht Schaden nimmt. Das Ende gerade/plan abschneiden damit alle 6 Drähte gleich lang sind [Bild 1]
Mit einer Nadel die 6 Drähte aus der Verseilung mit den PE-Fäden heraustrennen, Die Drähte sind paarig beisammen, immer ein 0,25mm Kupfer und ein 0,25mm Edelstahl. Es darf keiner fehlen. [Bild 2]
Die 6 Drähte miteinander verdrillen und eine kleine blanke/verzinnte Aderendhülse für 0,5qmm darüber stecken, etwa 2mm Abstand zum PE-Seil halten ]Bild 3]
Aderendhülse kräftig verpressen und sicherstellen dass die ca.2mm Abstand erhalten bleiben [Bild 4]
Drähte zurückklappen und aus der verpressten Aderendhülse herauragende Drahtenden wieder nach vorne biegen, mit Daumen und Zeigefinger eng zusammen drücken [Bild 5]
Je nach Bedarf entweder ein gelber Presskabelschuh (4qmm) oder eine blanke 5mm Aderendhülse (EN10-12) aufstecken/aufdrehen, so tief, dass alle 6 Drähte vorne bündig zu sehen sind und kein Draht aussen bleibt [Bild 6]
Mit einer passenden Presszange kräftig verpressen, keine Kombizangen oder sowas ähnliches verwenden. Wer hier murkst, der bekommt schon bald ein Verbinderproblem an der Antenne. Da muss abgeschnitten und alles neu gemacht werden. [Bild 7]
Die sauber verpressten Enden und das richtige Presswerkzeug was man dazu braucht. [Bild 8]
Heute sollte man dazu nicht mehr mit einem SWR-Meter arbeiten, gibt es doch preiswerte VNAs (so wie das NanoVNA), die die Antennen-Impedanz vektoriell messen und den Verlauf über der Frequenz direkt als Rückflußdämpfung in dB (S11 LOGMAG) und (S11 Smith) im Smith-Chart anzeigen. Eine Frequenzmarke auf der Wunschfrequenz zeigt in den Ergebniskurven inwieweit noch abgestimmt werden muss, durch Kürzen oder Verlängern. Gute Praxis ist, die Antenne etwas zu lang bauen und nach Messung etwas abschneiden, Messen und Abschneiden im Wechsel bis es paßt.
Schaltlitze ist keine Antennenlitze, sie wird mit der Zeit immer länger, bis sie eines Tages reißt. Antennen nicht über öffentlichen Grund,
Verkehrswege und Plätze spannen. Lichtmasten der Straßenbeleuchtung nicht als Abspannmast zweckentfremden. Antennen nicht nahe an
Hochspannungsleitungen spannen und nie parallel zu diesen. Das gilt auch für Oberleitungen von Bahnen und Bussen.
Nicht ignorieren, nicht unterlassen: In einem Strombalun muss zwischen den Dipolhälften eine geeignete HF-Drossel L2 vorhanden sein. Beispiel ein
Strombalun für "low bands":
Antennen Jahrzehnte lang hängen lassen ohne regelmäßge Komtrolle und Wartung ist fahrlässig. Die Antennenlitze sollte ein Tragelement im Inneren haben. und evtl. mehr ... ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit
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Stand dieser Seite: 05.03.2025
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