Drahtantennen mit hochohmiger Endspeisung durch Ununs

Ununs kurz und bündig

Eine klassische EFHW-Dipolantenne wird meistens mit einem 1:49-Unun gespeist. Die "49" ergibt sich aus dem Windungsverhältnis 7 im Quadrat. Es muss bei einem lambda-halbe langen Antennendraht nicht zwingend genau 49 sein, so etwa +/-10% ist genauso gut. Ein Antennentuner kann dann noch die Feinarbeit erledigen und dem Trcv. "schöne reelle 50 Ohm" liefern.

Ein Unun setzt die hohe Impedanz Z der Endspeisung um seinen Transformationsfaktor n herab auf Z/n, aus Betrag Z wird 1/n mal Betrag Z, wobei die Richtung des Phasenwinkels (Vorzeichen) unverändert bleibt. Kapazitives und induktives Verhalten bleibt jeweils erhalten. Das hilft beim Abstimmen der Drahtlänge. Im SmithChart betrachtet rückt die Impedanz sowohl nach links und auch näher an die reelle Achse in der Mitte heran. Das erleichtert die Abstimmung im Tuner. (Voraussetzungen: Kern nicht in oder nahe an der Sättigung, Betriebsfrequenz weit tiefer als evtl. die Eigenresonanz und im optimalen Bereich)

(Prinzipdarstellung nicht maßstäblich)

Solch einen Unun kann man kaufen, mit etwas Glück genügt er den Anforderungen. Das muss mit einem NanoVNA nachgemessen werden, die SWR-Anzeige nutzt wenig. Man kann Ununs aber auch leicht selbst herstellen. Es gibt 2 Bauweisen, die weithin bekannte mit 2 Wicklungen im Windungsverhältnis 7, oder die weniger bekannte mit 4 Wicklungen, 3 davon aus Flachkabel/Paralleldrahtleitung und einem Zusatzdraht mit nur 1 oder 2 Windungen.

Der klassische Unun mit 2 Wicklungen im Windungsverhältnis 7 sollte immer mit einem großen FT240 Ringkern gebaut werden, auch für QRP, denn da kann man mit mehr Abstand die hochohmige Seite (L3) wickeln und hat weniger Probleme mit parasitären Kapazitäten und unerwünschten Resonanzen, auch wenn von der Sendeleistung ein FT140-Ringkern genügen würde.

Unun 1:49 ein Beispiel Folgebild

Diese Variante hat einen typischen Verlust von 1,5dB und manchmal noch mehr. Knapp 30% der Sendeleistung werden also verheizt. Das setzt der Sendeleistung klare Grenzen!

Meine fertigen Ununs mit Flachkabel auf FT240-Kernen und auf Leiterplatten aufgebaut

links der Unun 1:9 Ununs 1:9 und 16 rechts der Unun 1:16

Unun 1:9 Ununs 1:16

Hinweis Ausgehend von einem 1:9 UNUN (linkes Bild), kann man eine Wicklung L4 mit nur 1 oder 2 Windungen durch den Ringkern erweitern mit einadrigem Draht und heraus kommt ein UNUN mit einem höheren, aber krummen Wert n (>10 bis >12; Schaltung wie rechtes Bild). Setzt man diesem UNUN noch einen 1:4 nach (kaskadieren), bekommt man einen UNUN mit in Summe etwa 1:49 und einem besserem Frequenzgang wegen geringerer parasitärer Kapazitäten, sowie erheblich geringeren Verlusten.

Unun 1:9 mit L4 Unun 1:9 mit L4

Die Ununs mit 2 oder 4 Leitern kann man alternativ zum Flachkabel (helle PVC-Isolation) auch mit 240 Ohm PE-Antennenleitung (schwaze Isolation) bauen. Bekanntlich hat PE bessere HF-Eigenschaften als PVC. Ununs 1:16 Alternativen: Ununs 1:16 links mit PE-isoliertem und rechts mit PVC-isoliertem Flachkabel. Die Unterschiede sind deutlich messbar besser.

Ein mechanischer Aufbau zweier UNUNs kaskadiert und kompensiert für den Einsatz auf 40m.

Eine Ausführung für 80m sieht zwar gleich aus, hat aber andere Kerne.  Unun etwa 1:49 wetterfest (IP65) eingebaut: Unun im Gehäuse Möglichkeiten zur L/C-Kompensation:

Im freien Bereich hinter der Eingagsbuchse für ein Serien-L (Leitung einfach durch den Ringkern führen / nicht aufwickeln) und auf der Unun-Platine für ein Parallel-C

Dieser kaskadierte UNUN ist dank Leiterplattenaufbau sehr leicht zu bauen und wird bei 100W kaum warm.

Dieser kaskadierte low loss-UNUN transformiert auf etwa 1:49 mit sehr geringer Durchgangsdämpfung (S21) von nur wenigen Zehntel dB je einzelnem Unun. (in Summe sind das -0,57dB) Das ist etwa 1dB weniger Dämpfung, als ein typischer 1:49-Unun mit einer großen Wicklung, wie oben gezeigt. Im 40m-Band hat das Design sehr gute Eigenschaften, im 80m-Band gibt es vergleichbar gute Daten. Es kommen jedoch unterschiedliche FT240-Kerne zum Einsatz. Das Design ist leider nicht breitbandig für 80 und 40m mit der selben Hardware realisierbar!

Das Schaltungsprinzip: Der erste Unun transformiert auf ca.600 Ohm, die der zweite Unun als Quellimpedanz sieht. Der zweite Unun mit 1:4 macht daraus etwa 2450 Ohm zur Endspeisung. Er bestimmt im Wesentlichen die guten Übertragungseigenschaften.

Nach meinen in der Praxis gewonnenen Erfahrungen ist 1:49 ein guter Transformationfaktor bei lambda-Halbe - Antennen. Für 2halbe lambda, oder 4halbe lambda usw. - Antennen ist 1:49 zu viel und ein Tuner tut sich schwer die niedrige Impedanz anzupassen. Höhere Verluste sind die Folge. Besser geeignet sind einfache 1:25, 1:16 oder 1:9 Ununs.

Messdaten (S11): Unun 1:49 Messdaten Unun 1:64 Messdaten

Auch wenn es so aussieht als wäre da etwas selektives (Schwingkreis) im Spiel, es ist nur Ferrit und Draht wie abgebildet. Die geeignete Komposition aus Kernmaterial (Permeabilität), dem Wellenwiderstand der aufgewickelten Leitung, der Windungszahl und den dielektrischen Eigenschaften des Werkstoffs der Isolation macht es aus.

Eine EFHWD-Antenne für 160m braucht einen 1:64 Unun, den ich wie bekannt, wieder mit zwei kaskadierten Ununs 1:16 und 1:4 realisiert habe. Sein S21 beträgt -0,62dB. Hier wird zuerst auf 200 Ohm (mal 4) und danach auf 3200 Ohm (mal 16) transformiert.

Es fehlt jetzt noch das UNUN-Design für eine endfed 20m - Antenne. Daran wird bald gearbeitet..... Geduld !

Hinweis Für fortgeschrittene User stelle ich hier ein EXCEL-Kalklationsblatt zur Berechnung von parallel zu schaltenden Kompensationskapazitäten gegen Streuinduktivitäten bereit : Klick zum Herunterladen der aktuellen Ausgabe

Die Frage "welcher Kern kann welche Leistung übertragen?", kann nicht pauschal beantwortet werden. Allgemein ist das abhängig von der zulässigen magnetischen Sättigung, der Frequenz und der Anzahl an Windungen. Die Durchgangsdämpfung eines UNUNs und als Folge seine Erwärmung im Sendebetrieb, zeigen die Leistungsgrenze an. Beachte folgende Beispielwerte:

Ein UNUN mit 1,5dB und 15W-Verlustleistung darf nur mit P=50W Sendeleistung arbeiten / Ein UNUN mit 0,6dB und 15W-Verlustleistung verträgt P=116W Sendeleistung.

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Stand dieser Seite: 21.03.2026

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